Lauren Oliver – delirium

 
deliriumDelirium (Delirium, #1)Titel: delirium
Autorin: Lauren Oliver
Reihe: delirium #1
Verlag: HarperCollins
Seiten: 522
Extras: Q&A mit der Autorin, 
Leseprobe 2. Band
ISBN: 978-0062223685

4 Punkte
Leseprobe auf deutsch

Die Idee klingt ja erst mal spannend: eine Gesellschaft ohne Liebe. Liebe ist schließlich eine Krankheit.

Die Hauptperson Lena hat zunächst einmal keinen Zweifel an der offiziellen Politik, bzw. Religion. Sie fürchtet sich vor Ansteckung und freut sich schon auf ihre Impfung, eine Hirn-OP, die sie unfähig machen wird, sich zu verlieben, und zu der alle Menschen über 18 verpflichtet sind. Nur noch wenige Monate.

Ihre Freundin Hana öffnet ihr verbotene Türen, und während Lena eigentlich versucht, Hana vor dem schrecklichen Schicksal zu bewahren, ist natürlich sie selbst es, die sich verliebt.

So weit ist es das aber auch schon mit der Vorhersehbarkeit. Die Story packt und liest sich flüssig. Lenas Kampf an die Oberfläche der eigenen Meinung ist langsam, aber nachvollziehbar gestaltet.

Insgesamt fand ich die Dystopie etwas unausgereift, irgendwie nicht zuende gedacht. Auf der einen Seite schaffen die an den Anfang jedes Kapitels gestellten Zitate eine dichte Atmosphäre, einen gut passenden, düsteren Hintergrund, eine Ahnung von der Indoktrination. Auf der anderen Seite packt die Autorin alles, was sich im Englischen mit „love“ bezeichnen lässt, in die verbotene Kategorie. Erotische Liebe, romantische Liebe, freundschaftliche Liebe, Eltern-Kind-Liebe, Bindung, Leidenschaft, Lebenslust. Alles eine Sauce. Alles wegoperierbar. Nur wird das dann nicht ganz konsequent umgesetzt. Z. B. frage ich mich, was für Menschen aus so einer Gesellschaft und Erziehung hervorgehen würden. Psychopathen wären die Regel, nicht die Ausnahme wie im Buch.

Trotzdem werde ich den zweiten Band lesen. Das liegt nicht nur an dem extrem spannenden Cliffhanger! Lauren Oliver hat schon in Before I Fall und auch in delirium gezeigt, was ihre große Stärke ist: Teenager als Charaktere glaubwürdig rüberbringen, Beziehungen mit Komplexität ausstatten, den Leser mit hineinnehmen in ein anderes Leben.

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