Kiera Cass – The Selection

 
The SelectionThe Selection (The Selection, #1)Titel: The Selection 
Autorin: Kiera Cass
Reihe: The Selection #1
Deutscher Titel: Selection
Verlag: HarperTeen
Seiten: 336
ISBN: 978-0062203137

3 Punkte

Nach dem 4. Weltkrieg lebt America Singer als Angehörige der Kaste 5 (von 8) in der Provinz Carolina des Reiches Illéa. Der gerade erwachsen gewordene Prinz des Reiches, Maxon, muss durch ein Generationen altes Ritual hindurch: ene Art Bachelor-Show mit ihm und seiner Krone als Hauptgewinn für eine der 35 Teilnehmerinnen. America Singer ist mehr oder weniger aus Versehen eine davon. Nur auf Drängen ihrer ehrgeizigen Mutter hat sie sich überhaupt beworben – obwohl sie doch eigentlich schon so gut wie verlobt ist mit Aspen, ihrem heimlichen Freund aus einer niedrigeren Kaste.

Wer bei dieser Aussicht auf eine weitere Love Triangle-Abwicklung bereits das große Gähnen kriegt: nicht ganz. Ich kann wirklich nicht vorhersagen, ob es hier nach dem typischen „wer zuerst kommt, malt zuerst“-Muster weitergehen wird. Maxon hat bei mir massig Sympathie-Punkte gewonnen, und er ist ein richtiger Charakter, keine Schablone mit Krone. Er hat nicht einmal das Pech, mit „beautiful“ beschrieben zu werden. (Im Gegensatz zu Aspen, der in das übliche good-looking/overprotective/selfless-Schema passt. Vielleicht mag ich ihn deswegen weniger.)

America selbst hat als Charakter einige Brüche. Auf der einen Seite ist sie durch ihr homeschooling so sozial inkompetent, dass ihr der Zickenkrieg erst einmal erläutert werden muss, auf der anderen Seite bewegt sie sich dann souverän durch alle möglichen Situationen und erklärt Maxon typisch weibliches Verhalten. Naja.

Was mir wirklich nicht gefallen hat, war, dass die Autorin die gegenwärtige amerikanische Gesellschaft offenbar als das non-plus-ultra ansieht, so wie es eigentlich sein sollte.  Z. B. das Dating-System. Jede Abweichung lässt sie von ihrer Hauptperson kritisieren. Eine Person, die in einer Gesellschaft mit strengen moralischen Vorstellungen und Gesetzen aufwächst, hinterfragt nicht alles, aber auch wrklich alles daran. (Btw, den gleichen Fehler haben historische Romane massenhaft gemacht, wo aufgeklärte, moderne Frauen in hübsche Kostüme und die dazu passende Zeit gestopft wurden, ein paar geschichtlich relevante Personen am Rande erwähnt, Liebesgeschichte, vielleicht noch irgendein Krieg, Pest (unbedingt, kein historischer Roman ohne Pest oder Pocken!), die allgegenwärtige sexuelle Belästigung und Flucherei nicht vergessen, et voilà.) Wer den gewissen Abstand zur eigenen Kultur nicht hat, ist im Dystopie-Fach vielleicht falsch aufgehoben. Insgesamt wirkt es so, als sei die ganze „Welt“ nur erfunden worden, um diese spezielle Art von Brautschau zu ermöglichen und zu legitimieren. Etwas zu konstruiert für meinen Geschmack und recht platt und undurchdacht mit vielen offenen Fragen. Vielleicht kommt da ja im zweiten Teil noch etwas mehr. Ich werde ihn auf jeden Fall lesen, um es herauszufinden *grins*.

Fazit: guilty pleasure.

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